Archiv April 2020

Bilder aus dem Altersheim in Zeiten von Corona

Liebe Gudrun,
Ich habe schon einige Kurse gemacht, aber noch kein Kurs hat so direkte Auswirkungen auf meinen beruflichen sowie persönlichen-familiären Alltag gehabt wie dieser. Die letzten Wochen waren beruflich bei mir ja ziemlich intensiv, aber ich muss sagen, dass ich trotz dieser subtilen „Bedrohung“, die natürlich über dem Altersheim schwebt, sehr viele sehr schöne Momente und Begegnungen erlebt habe. So hat mir heute eine Dame, die von massivem Sprachzerfall betroffen ist und eigentlich immer nur das Wort „Tefi“ wiederholt, mittels Mimik und Gestik eine so lustige Geschichte erzählt, dass wir am Ende beide Tränen gelacht haben. Oder gestern, als ich mich von einem Bewohner, der im Sterben liegt, verabschiedet habe und zum ersten Mal habe ich mich währenddessen und danach nicht gefragt, ob das „eh passt“ was ich in dieser Situation sage und tue, sondern ich habe einfach mit ihm im Moment sein können und es war trotz der traurigen Situation eine schöne Begegnung. Dieses „Du bist gut genug-Gefühl“, dass in Marte Meo so groß gemacht wird, hat bei mir wirklich einiges in Bewegung gebracht und wirkt sich natürlich auch auf mein Gegenüber aus und dafür möchte ich wirklich nochmal DANKE sagen!!
Alles Liebe weiterhin,
Lena

Liebe Lena!
Marte Meo theoretisch weiterzugeben ist einfach. Diesen würdevollen Zugang ins Leben zu integrieren ein täglicher Übungsprozess, Deine Worte motivieren in Beziehung zu investieren, in bewusstes, achtsames Handeln, das die Form unseres Lebens mitgestaltet. Ich danke dir! gudrun